Michèle Brunnmeier » Michele Brunnmeier | waldorfinspiriert | Neugeborenenfotografie | Wochenbettfotografie | authentische Familienfotografie | Autorin | liebevolle Handarbeiten

wo die wilden Kerle wohnen…

HIIIIIIIER!!!!

Vor einiger Zeit bin ich via Instagram auf Räubersachen gestoßen (hier kann man ökologische und nachhaltige Bekleidung für Babys und Kinder mieten – eine wirklich unterstützenswerte Idee, schaut unbedingt mal dort vorbei). Kleidungsstücke mit kleinen Löchern usw. werden vom Räubersachenteam liebevoll geflickt und oftmals sehen die Sachen danach schöner aus als zuvor (sind vom Mietpreis her aber günstiger).
Ich muss gestehen, dass ich bisher nicht gerade die Vorzeigewäschestopferin war, oft ist die Wollunterwäsche meiner Kinder vom vielen Tragen mit der Zeit derart zerliebt (auch von den Motten, die sich den Sommer über gerne daran laben), dass mit Stopfen kaum noch etwas zu retten wäre…. Weggeworfen werden diese Wollhemdchen und -hosen bei uns aber trotzdem nicht gleich! Besonders unsere Kleinen lieben ihre Wollunterwäsche so sehr, dass sie diese trotz Löchern am liebsten Tag und Nacht so lange tragen, bis sie im Herbst neu ausgestattet werden. Neulich musste ich einen der beiden vom Fußballspielen reinrufen, weil er statt mit einer „Draußenhose“ mit der löchrigen langen Wollunterhose draußen war. Wenn die Wollsachen aber total kaputt sind, versuche ich noch immer, sie weiter zu verwenden. Bei diesen beiden Kleidungsstücken z.B. werde ich gute Teile abschneiden, die Ränder versäubern und mit in unser Wickelkörbchen legen, weil man z.B. abgeschnittene Ärmel- und Beinteile oder das untere Teil vom Wollhemdchen noch prima für Wickel zum Fixieren und Wärmen nutzen kann.

 

Aber nochmal zurück zu Räubersachen – unter dem Hashtag #schmuckstückesindliebe findet man auf Instagram immer mehr Bilder mit Ideen und Inspirationen, wie man Kleidungsstücke mit durchgescheuerten Knien oder kleinen Löchern auf liebevolle Weise ausbessern kann. Seit ich mir diese Bilder immer mal wieder anschaue, warte ich fast schon darauf, ein kleines Mottenloch in einem Wollhemd oder so zu entdecken ;-)

Gestern Abend habe ich vor dem Schlafengehen noch einen großen Berg frisch gewaschener Wäsche gefaltet, dabei ist mir eine Jeanshose mit eingerissenem Knie in die Hände gefallen. Ich weiß nicht, ob ich mich schon einmal so sehr über ein Loch in einem Kleidungsstück gefreut habe.

Für den heutigen Vormittag habe ich mir eigentlich vorgenommen, noch ein Kisselchen oder Wärmfläschchen zu nähen, weil ich weiß, dass sich doch einige gerne eines herbeisehnen, vom Martinsmarkt aber leider keines übrig ist. Ich habe mich dann aber schnurstracks dafür entschieden, mich voller Vorfreude dem Loch in dieser Jeans zu widmen (ich habe die letzte Zeit so viel für andere genäht und Kissen & Wärmfläschchen laufen auch nicht einfach so weg).

 

Schon vor einer Ewigkeit bin ich auf Pinterest über einen Jeans-Flicken gestoßen und weil meine beiden Achtpünktchen nicht immer nur von Wichteln & Zwergen umgeben sein möchten, habe ich ihre Hose zu ihrer riesengroßen Freude mit einem wilden Kerl verhübscht. Als die Zweibeiden von der Schule nach Hause gekommen sind, war der wilde Kerl zum Glück noch nicht fertig und haben ihn so zu dritt entstehen lassen – schließlich haben Kinder in diesem Alter schon ihre ganz eigene Vorstellungen und Wünsche, sind die wahren Spezialisten, was kleine Monsterchen betrifft, weshalb dieser wilde Kerl nun z.B. nur ein Auge hat (mir hätten zwei schielende Kulleraugen besser gefallen). Leider haben wir jetzt das Problem, dass wir keine zweite löchrige Hose mehr haben.

Wie ich`s gemacht habe:

Zu Beginn habe ich die Seitennaht der Hose aufgetrennt und den rot-weiß gestreiften, etwas festeren Jerseystoff (dehnbarer Stoff ist am Knie sinnvoll) zurecht geschnitten (das Stoffstück sollte etwas breiter als der Riss in der Hose sein). In derselben Breite habe ich aus weißem Filz die Zähne ausgeschnitten, an die Unterkante über den Jersey gelegt und beides so direkt hinter dem Riss auf der Rückseite der Jeans platziert, dass die Zähne vorne etwas heraus lugen (natürlich könnte man auch noch die obere Zahnreihe ausschneiden, ich hatte aber nur noch ein klitzekleines Stückchen weißen Filz zu Hause). Dann wird rund um den Riss mit kleinem Zickzackstich versäubert. Den wilden Kerl habe ich mit grüner Stoffmalfarbe aufgemalt, nach dem Trocknen mehrmals mit der Nähmaschine kritzelkratzelig umrandet, zum Schluss das Auge und die Hörnchen aufgenäht und den Bauchnabel aufgemalt

Beim Flicken der Hose ist mir diese Ringelstrumpfhose wieder eingefallen, die einer unserer Strumpfhosenprinzen mit sieben Jahren selbst geflickt hat, weil es damals die absolute Lieblingsstrumpfhose war. Ich habe das Schmuckstück natürlich aufbewahrt ♥

Apropos wilde Kerle – vor etwas über einem Jahr hat Madeleine ein Wildekerlekostüm genäht und im Wald eine entzückende Wildekerlebildergeschichte fotografiert, die zum immer wieder Liebäugeln auf meiner Kommode steht


P.S. wie immer sind dunkel hervorgehobene Textstellen/Worte mit Links versehen, beim Anklicken öffnet sich ein separates Fenster (teilweise zu externen Seiten) mit weiteren Infos & Bildern.

 

Montagsgrüße mit…

…KAREN O AND THE KIDS  – Where The Wild Things Are

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche,

Michèle ♥

Profilbild, Lillemor, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg