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Stöckchen schnitzen

Manchmal (eher oft), wenn ich mich am Abend zu den Kindern ins Bett lege, habe ich das Gefühl, tagsüber viel zu wenig im Haushalt geschafft zu haben, weil mir dann nämlich urplötzlich in der Stille all die Dinge einfallen, zu denen ich nicht gekommen bin, die ich teilweise schon tage- oder wochenlang vor mir her schiebe.  Schlimmer noch: Wenn mein Blick zu Beginn eines neuen Tages erst einmal auf all dieses Liegengebliebene fällt (und mich gleich verstimmt), auf  die Wäscheberge z.B. oder die unaufgeräumte Küche, den chaotischen Garten, ungeputzten Fenster, nicht geflickte Wollwäsche,…. Ich könnte noch viel, viel mehr vom Großfamilienalltagschaos aufzählen, die Liste ist lang.
Und dann sitze ich wie eben an meinem Schreibtisch, lade die Bilder der letzten Tage auf den PC, sehe mein Kind selig beim Stöckchen schnitzen, erinnere mich wieder, wie schön es war, es dabei zu beobachten, wie ich Lust bekommen habe, das Schnitzmesser selbst in die Hand zu nehmen, wie ich mich ans Werk gemacht habe, wie viele Sachen mir eingefallen sind, die wir mit den Stöckchen machen könnten, warum wir also ganz viele brauchen, dass wir demnächst unbedingt in den Wald gehen sollten oder dort hin, wo gerade Baumschnitt liegt. So schöne Momente waren das und so schöne Vorhaben und Aussichten haben sie zur Folge.
Ach, Wäsche- und Geschirrberge laufen einem sicher nicht davon!

Die Motivation zum Stöckchen schnitzen in den letzten Tagen war ursprünglich mit einem Arbeitsauftrag* verbunden, bzw. haben die Dinge damit ihren Lauf genommen – die Arbeit ist nahtlos in Vergnügen übergegangen, bzw. ist es vielmehr so, dass ich das Glück habe, dass meine Arbeit ohnehin oftmals gleichermaßen Vergnügen ist.
*Eine Auswahl meiner Schnitzbilder wird schon bald in einem Buch zu sehen sein, auf das ich mich sehr, sehr freue!
Wenn ich mir vor Augen halte, dass ich in den vergangenen Monaten nicht nur an einem Buchprojekt gearbeitet habe, sondern gleich an zweien (wenn auch zeitversetzt), dann wird mir bewusst, dass ich doch ein bisschen sehr fleißig war. Im Herbst, bevor ich mit meiner lieb gewonnenen Arbeit für das neue acufactum-Buch Was wir lieben (mit Daniela Drescher) begonnen habe, war ich nämlich zwei Tage lang am Bodensee, um Bilder für das zweite Buchprojekt zu machen. Ich bin lieben und interessanten Menschen begegnet, durfte in einem wunderwunderschönen Haus kreative Arbeiten fotografieren (nein, sogar in zweien) und bin schon unsagbar gespannt auf das Ergebnis.
Für dieses Buchprojekt steuere ich übrigens nur die Bilder bei, sämtliche Handarbeiten und Werkstücke stammen aus den Händen einer sehr stilvollen Kollegin, die ihren Ideenreichtum und ihre Kreativität in allerlei Bereichen auslebt – natürlich verrate ich erst dann mehr, nachdem die Autorin selbst ihr Herzwerk vorgestellt hat ♥

 

Meine Kinder schnitzen auch in der Kernzeitbetreuung sehr, sehr gerne, sind im Schnitzen geübt und dennoch passieren eben manchmal  im Eifer (bisher zum Glück kleinere) Unfälle. Kürzlich ist eins meiner beiden Schnitzmännchen mit einem verletzten Finger aus der Schule nach Hause gekommen (ich weiß nur zu gut, wie schmerzvoll so eine Schnittwunde an einer empfindlichen Fingerspitze ist). Die Wunde war natürlich schon versorgt, am Abend habe ich den Verband aber gewechselt, dabei ist meinem Buben eingefallen, dass wir (wohl in weiser Voraussicht) zu Weihnachten ja genau die richtige Heilsalbe für solche Fälle geschenkt bekommen haben (übrigens von einer lieben Besucherin meines Blogs): Eine selbst gerührte Pechsalbe aus feinen Zutaten, u.a. mit heilsamem Baumharz. Die Salbe duftet weich und warm und hat der Wunde schon sehr gut getan. Meine Kinder freuen sich auf den abendlichen Verbandwechsel, um den sie sich beinahe ganz alleine kümmern und zu Beginn erst einmal das Salbendöschen unter ihre (und meine) Nasen halten.

P.S. Wie immer sind hervorgehobene Textstellen mit Links versehen. Beim Anklicken öffnet sich ein separates Fenster mit weiteren Infos (manchmal zu Seiten innerhalb meiner Website, teilweise auch auf externe).
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Ich wünsche euch ein feines Winterwochenende,

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg