Michèle Brunnmeier » Michele Brunnmeier | waldorfinspiriert | Neugeborenenfotografie | Wochenbettfotografie | authentische Familienfotografie | Autorin | liebevolle Handarbeiten

Hustelottchen

Vor dem großen Wohnzimmerfenster können wir jetzt im Herbst mit etwas Glück manchmal zwei Eichhörnchen beim Sammeln von Hasel- und Walnüssen beobachten, die beiden Husch-Puschelis sind immer wieder so lieb anzusehen und bescheren uns meist augenblicklich (sehr seltene) Mucksmäuschenstille im Wohnzimmer, ganz ohne dass man unsere Zwillinge darum bitten muss.
Ein paar wenige Hände voll der minikleinen Haselnüsschen haben wir für uns gesammelt (die anderen überlassen wir den Eichhörnchen) und zusammen mit einem Nussknacker in einer Holzschale neben das Jahreszeitenplätzchen auf den Esstisch gestellt und weil ich den Anblick so mag, noch ein herziges Eichelbaby von Rosenrot mit dazu gelegt. Wir haben einige der liebevoll genähten Jahreszeitenfiguren aus den Händen von Iris – so gerne denke ich an meinen Besuch bei ihr in Emmendingen (bei Freiburg) zurück, der inzwischen ein paar Jährchen zurück liegt. Damals habe ich für das Magazin Land & Berge eine kleine Reportage in der Rosenrot-Werkstatt fotografiert – einige der entstandenen Szenen vom Herstellen eines Puppenköpfchens sind in ihren liebevoll gestalteten Anleitungen zu sehen, zwei davon hat Iris mir geschenkt: Die Anleitungen von Weidenkätzchen und Kastanienkind, an dem Iris` Herz glaube ich ganz besonders hängt.

 

Ich möchte euch Iris` Anleitungen ganz sehr ans Herz legen – neben den Ebooks (die man sich nach dem Kauf als PDF herunterladen und selbst ausdrucken kann) bietet Iris auch Materialsets an. Die gedruckte Anleitung kommt samt (fast) allem, was man sonst benötigt (ich glaube alles, bis auf Nadel & Faden), per Post zu euch ins Haus. Es ist eine Wonne, in dem hübsch gestalteten Büchlein zu blättern, die einzelnen Arbeitsschritte sind ausführlich bebildert und Iris erklärt wirklich sehr leicht verständlich, wie man sein ganz eigenes Jahreszeitenpüppchen selbst näht, auch mit wenig Erfahrung – traut euch nur!!!! Oder lasst euch einfach so ein liebes Ding von Frau Rosenrot persönlich nähen und freut euch daran.
Ich nähe zwar seit gut 24 Jahren selbst Püppchen für den Jahreszeitentisch, freue mich aber immer wieder an den kleinen Geschöpfen, die Iris genäht hat und wir nun bei uns haben. Manche davon haben seit Jahren ihren ganz festen Herzensplatz: Die beiden kleinen Weidenkätzchen z.B. klammern sich seit rund 8 Jahren an meinem Hebammen-Hörrohr fest.

 

Apropos Eichhörnchen: Vor wenigen Tagen habe ich mir so einen kleinen Gesellen aus dem Hause Buntspechte zu uns geholt. Ich freue mich über jeden einzelnen Buntspechtetierchenzuwachs, sie werden bei uns ganz besonders gehütet und geliebt, denn es sind wahre Hand- und Herzensschmeichler, viel mehr als nur wunderschönes Spielzeug. Im Wartezimmer unserer Kinderärztin gibt es einige solcher Tierchen, die mindestens 25 Jahre alt und durch viele Kinderhände gegangen sind. Man sieht ihnen diese Zeit an und doch haben sie nichts an ihrer Besonderheit eingebüßt, ganz im Gegenteil.

Den klitzekleinen, handgedrechselten Kreisel habe ich vor einigen Jahren auf unserem Martinsmarkt gekauft, er ist so winzig, dass ich oft Sorge habe, dass er uns verloren geht (so kleine Sachen landen bei uns leider hin und wieder im Staubsauger). Nun habe ich den Kreisel mit zum Jahreszeitenplätzchen gelegt und wann immer wir am Esstisch sitzen, wird er von unseren Fingerspitzen gedreht (und vor allem ganz oft wahr genommen).

Und weil uns nun nun wieder so oft der kalte Wind um Nasenspitzen & Ohren weht, der Winter, die Erkältungszeit und dazu auch der Geburtstag unseres Ältesten vor der Türe steht, habe ich mit den Kindern zusammen wieder einige Gläschen unseres traditionellen Brustbalsams Hustelottchen (so nennen wir es) angerührt (zum einen für uns, vor allem in der Herbst- & Winterszeit verschenken wir Hustelottchen aber auch gerne). Ich mag es, solche Hausmittelchen gemeinsam mit meinen Kindern zu machen (auch wenn man heutzutage alles fertig kaufen kann) – selbst gemachtes Hustelottchen ist nämlich nicht nur ein Brustbalsam, sondern auch Seelenbalsam.

Mein Rezept für unser Hustelottchen-Balsam (viele Jahre von uns erprobt und geliebt):

      • 100 ml natives Basisöl, bzw. eine Mischung aus vers. Ölen (meist verwende ich je zur Hälfte natives Bio-Olivenöl & natives Bio-Mandelöl)
      • 10 g gereinigtes Bienenwachs vom Bio-Imker des Vertrauens oder Bienenwachsperlen aus der Apotheke
      • 10 g Bio-Kakaobutter (aus dem Reformhaus oder Bioladen)
        → wer keine Kakaobutter zur Hand hat, kann stattdessen einfach auch insgesamt 20 g Bienenwachs nehmen
      • eigene Mischung äthersicher Öle (ich verwende nur naturreine Öle, meist von Primavera, die es größtenteils in Bioqualität gibt)
        → 5-8 Tropfen Thymian, 5-8 Tropfen Myrte, 2 Tropfen echtes Lavendelöl (und ganz nach Belieben dazu noch jeweils 1-2 Tropfen ätherisches Öl von Weißtanne und türk. Rose – ohne Rosenöl geht bei mir eigentlich gar nix ;-)

Zuerst wird das Bienenwachs geschmolzen (es braucht mehr Zeit und Hitze zum Schmelzen als die Kakaobutter). Für die Balsamherstellung habe ich mir extra vor Jahren einmal hitzebeständige Gläser angeschafft, die man direkt auf die Herdplatte stellen kann. Man kann feste Wachse o.ä. stattdessen alternativ auch im heißen Wasserbad schmelzen. Nimm hierfür z.B. ein sauberes Marmeladeglas und stelle es mit der abgewogenen Menge des Bienenwachses in ein heißes Wasserbad, gib dann die Kakaobutter in das Glas und schmelze es im heißen, flüssigen Bienenwachs. Vermische beides sorgfältig mit einem Glasstab oder Holzspieß, gieße die abgemessenen Öle dazu. Erwärme diese Mischung noch einmal kurz und vorsichtig, rühre nur so lange, bis sich alle Zutaten homogen miteinander vermengt haben (die Mischung wird dabei klar, zuvor war sie evtl. etwas flockig-milchig). Nimm die fertige Mischung vom Herd und lasse sie ein klein wenig abkühlen, bevor die ätherischen Öle unter erneutem Rühren in das noch flüssige Öl-Wachs-Gemisch zugegeben werden (ätherische Öle sind schnell flüchtig, vor allem unter Hitze, deshalb bitte zügig arbeiten). Gieße die fertige Mischung sofort in sehr saubere, trockene Cremetiegel oder kleine Glasbehälter, verschließe diese. Während des anschließenden Abkühlens festigen Bienenwachs & Kakaobutter die Öle, so entsteht ein samtig-weiches Balsam. Die Gläser sollten möglichst klein sein, damit das Balsam möglichst bald aufgebraucht wird. Wegen der Haltbarkeit lieber öfters frisches Balsam anrühren als allzu viel Vorrat anlegen, der dann vielleicht verdirbt.

Das Balsam möglichst kühl aufbewahren. Die Haltbarkeit des fertigen Balsams richtet sich nach den Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit der verwendeten Zutaten (insbesondere der kaltgepressten Basisöle), es ist max. so lange haltbar wie das Öl mit der kürzesten Haltbarkeitsdauer.

Hinweis:
Diese Anleitung ist ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung anzuwenden – eine Haftung für evtl. gesundheitliche Schäden kann ich nicht übernehmen!
Wer dieses Rezept selber anrühren und anwenden möchte, muss vorab eigenverantwortlich prüfen, ob die von mir angegebenen Zutaten individuell vertragen werden oder ob evtl. Allergien bestehen! Die o.a. Menge an ätherischen Ölen verwende ich persönlich nur für ältere Kinder und Erwachsene (seit Jahren jedoch ohne Probleme)!
Bitte seid bei der Anwendung von ätherischen Ölen bei Babys und Säuglingen grundsätzlich sehr, sehr vorsichtig!!! Falls bei so kleinen und sehr empfindsamen Menschlein überhaupt ätherische Öle verwendet werden sollen, dann bitte nur sehr, sehr sparsam und ganz, ganz sorgsam ausgewählt, ggf. in Absprache mit dem Kinderarzt!

Ganz wichtig: Wenn ich mein Hustelottchen an Familienangehörige oder Freunde verschenke, notiere ich immer ALLE verwendeten Zutaten.

P.S. wie immer sind dunkel hervorgehobene Textstellen/Worte mit Links versehen, beim Anklicken öffnet sich eine separate Seite mit weiteren Infos & Bildern

 

Novembergrüße,

Michèle ♥

Profilbild, Lillemor, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg