Michèle Brunnmeier » Michele Brunnmeier | waldorfinspiriert | Neugeborenenfotografie | Wochenbettfotografie | authentische Familienfotografie | Autorin | liebevolle Handarbeiten

Fineart-Workshop

Am vergangenen Wochenende hab` ich mir ein bisschen von zu Hause frei genommen, meine Köfferchen gepackt und bin zu meiner Tochter nach Berlin gefahren, um in der großen weiten Welt ein bisschen „frische“ (bzw. Berliner) Luft zu schnappen. Diese drei Tage haben sich für mich fast ein bisschen wie fliegen angefühlt. Auch wenn man gefühlte 1000 Sorgen und Gedanken von zu Hause mit sich nimmt, so fallen sie während dieser Zeit doch nach und nach ein bisschen von einem ab und lassen einen plötzlich diese Leichtigkeit spüren…..
Eine Art von Leichtigkeit, mit der man am sehr späten Abend mit dem großen Mädchen in einen Fotoautomat steigt und sich drinnen vor Lachen den Bauch (den man vorher mit indischen Köstlichkeiten gefüllt hat) halten muss.

Die Zeit in Berlin habe ich nicht nur mit meinem Mädchen verbracht, sondern bei einem Fineart-Fotografie-Workshop einen lieben langen Tag auch mit diesen beiden menschen: Anka Zhuravleva | Runa Hansen. Anka hat sich sehr viel Zeit genommen, uns ein Stückchen mit auf die Reise in ihre phantasievolle Welt zu nehmen, 11 Stunden lang hat der Workshop gedauert, 11 Stunden lang konzentriert der englischen Sprache (mit russischem Akzent ;-) lauschen – das war für mich ziemlich anstrengend. Wenn die eigene Schulzeit schon ein paar Jährchen zurückliegt und man das Schulenglisch allerhöchstens mal im Urlaub heraus kramt, dann ist so ein Workshop eine echte Herausforderung. Ich war überrascht, dass ich trotz meiner anfänglichen Zweifel so ziemlich alles verstanden habe.

Ankas Fineart-Fotografien begeistern mich schon sehr lange und es war wundervoll für mich, sie live und in Farbe zu erleben, ihrem sehr besonderem Feinsinn und ihren Gedanken zu lauschen und zu all dem Glück auch noch über ihre Schulter blicken zu dürfen.

Seit ich wieder zu Hause bin, hatte ich kaum einmal die Zeit, meine eigenen Bilder anzusehen, habe sie nur überflogen* (weil nämlich eine Menge anderer Arbeit auf mich wartet), währenddessen aber zum Glück** bemerkt, dass diese Bilder gar nicht einmal so wichtig sind, vielmehr das, was ich in anderer Weise mit nach Hause gebracht habe.
Ich wünsche mir, dass dieser Tag und die Begegnung mit Anka mir dabei hilft, mich weiter zu entwickeln, dass mich dieser inspirierende Novembertag motiviert, von Zeit zu Zeit den Mut aufzubringen, gewohnte (manchmal bequeme) Wege zu verlassen und auf diese Weise etwas in mir zu finden, das vielleicht in mir schlummert und endlich einmal wachgeküsst werden möchte.
**Warum zum Glück? Wenn man von Ankas Bilder so sehr angetan und verzaubert ist wie ich es bin, dann Seite an Seite mit ihr dasselbe Motiv fotografiert, kann man zugegebenermaßen nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis sein – so geht es mir jedenfalls. In meinen Augen sind diese/meine Bilder lediglich Momentaufnahmen einer Szene, die nicht mir selbst entsprungen ist, eher das Ablichten einer kunstvollen Vision eines anderen Menschen. Das, was ich mit meiner eigenen Art, auf meine Weise vielleicht einmal mit in meine Arbeit fließen lasse ist wohl das, was so ein Fotografie-Workshop in meinen Augen bewirken soll:
INSPIRATION

Workshop Anka Zhuravleva, Runa Hansen, Berlin 2017, Fineart

 

*Ein einziges Bild habe ich mir gestern vor dem Schlafengehen doch noch vorgeknöpft, es zeigt Natalie (unser zweites Workshop-Model) in einem kleinen Birkenwäldchen mitten in Berlin in der Nähe des Mauerparks.

Eigentlich wollte ich warten, bis Anka ihre Bilder zeigt (so als grobe Orientierung für mich) und mich dann erst an meine eigenen wagen. Die Ungeduld hat dann aber doch gesiegt.

Heute wage ich es mal, ein Vorher-Nachher-Bild zu zeigen. Manche meiner Bilder bearbeite ich nur sehr sparsam, korrigiere den Weißabgleich oder die Belichtung, verstärke Kontraste u.ä. (Meine Kamera liefert mir erst einmal keine fertigen Bilder im jpg-Format, sondern Bilddateien in roher Form, sogenannte Raw-Dateien, die man, ähnlich wie früher im Labor, erst entwickeln muss – HIER ist das anschaulich erklärt). Manchmal (oder auch ein bisschen manchmaler) habe ich aber etwas Eigenes im Sinn und male mir dann so lange die Seele aus und in ein Bild, bis es so ist, wie ich es mir vorstelle. Auch wenn ich von der Bildbearbeitung gar nicht einmal sooo viel Ahnung habe, ist sie mir inzwischen doch sehr ans Herz gewachsen. Ein Augenblick lässt sich auf diese Weise mit einer Art Klang umgeben.
Bildsprache bedeutet für mich nicht einfach nur das einzufangen, was und wie ich etwas sehe, sondern meine Sichtweise mit Hilfe der Bildbearbeitung noch zu untermalen.

Anka hat in ihrem Workshop gesagt, dass ihre Fotografien dazu gedacht sind, an einer Wand zu hängen, wo sie Blicke auf sich ziehen, den Betrachter dazu einladen, seine Gedanken spazieren gehen zu lassen, zu träumen…
Auch wenn ihren Fotografien oft eigene Erlebnisse, Gedanken oder Träume vorausgehen, die sie zu einer Bildidee inspirieren, so soll sich doch jeder Betrachter sein eigenes Bild machen


Wie immer sind dunkel hervorgehobene Textstellen mit Links versehen, beim Anklicken öffnet sich ein separates Fenster mit weiteren Bildern und/oder Infos.

 

Bis Mitte Januar werde ich sehr viel Zeit in meinem Nähstübchen und vor allem hinter der Kamera verbringen. Ich hoffe, dass ich dann und wann etwas Zeit für meinen Blog finde. Tagsüber war ich heute mit Näharbeiten für acufactum beschäftigt und heute Abend, wenn die Kinder in ihren Betten liegen (bzw. in unserem ;-) steht Bildbearbeitung für ein anderes Projekt auf meiner to-do-Liste, von dem ich bald einmal erzählen werde. Eigentlich gäbe es sogar ziemlich viel zu erzählen und zu zeigen!

Novembergrüße,

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg