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Advent in Moll

Bittesehr – eine kleine Bildergeschichte, heute mal in Moll (nur die „Farben“ betreffend). Ja, einerseits fehlt vielleicht die vorher sichtbare Wärme, andererseits erscheint in MOLLigen Bildern das WESENtliche viel spürbarer. Ich mag das sehr.

Wie schon lange und oft und immer wieder gewünscht, fülle ich heute endlich mal wieder meinen noch winziglichkleinen Jahresreigen (hier sammeln sich nach und nach allerlei Inspirationen & DIY-Ideen, Rituale und Traditionen im Jahreslauf). Nach Jahreszeiten sortiert ist dieses Sammelsurium gleich hier nebenan im Wortwölkchen auf der rechten Seite der Tagebucheinträge zu finden –  Jahresreigen|Frühling, Jahresreigen|Sommer, Jahresreigen|Herbst, Jahresreigen|Winter – einfach anklicken, dann erscheinen alle bisherigen Beiträge dazu.

Heute lasse ich euch kurz bei uns durch`s Schlüsselloch gucken. Ich habe eine noch ganz warme kleine adventliche Bildergeschichte zum Jahresreigen|Winter eingefangen – bittesehr:

Mit dem 1. Dezember haben wir begonnen, jeden Nachmittag eine kleine Geschichte aus dem Buch „Licht in der Laterne“ zu lesen, dazu machen wir es uns bei sanftem Licht (es leuchtet außer den Lichterketten kein anderes elektrisches Licht) und Kerzenschein auf dem Sofa in der guten Stube gemütlich – auf dem Räucherstövchen verglimmt währenddessen die feine Räuchermischung Engelsschwingen von Labdanum (ich räuchere erst seit einigen Monaten auf diese Weise, es ist inzwischen der reinste Seelenbalsam für mich).
Auch die kleinen Kupferwärmfläschchen, die ein ehemaliger Kindergartenpapa vor vielen Jahren in liebevoller Handwerkskunst für uns gemacht hat, dürfen in der Winterzeit beim Geschichten lauschen nicht fehlen – sie liegen angenehm warm auf dem Schoß meiner Kinder (eine kleine Wärmflasche erfüllt aber denselben Zweck). An manchen Tagen gibt es dazu Wintertee, an anderen Punsch oder Lavendel-Kakao (eine Spezialität meiner großen Tochter).
Bevor ich mit der Adventsgeschichte beginne, verteilt eines der Kinder das Goldtröpfchen* (für diejenigen, die es nicht kennen, habe ich unten beim *eine kleine Beschreibung notiert). Wir wechseln die Öle immer wieder einmal – manchmal verwenden wir ein Körperöl von Weleda oder eines von WALA/Dr. Hauschka – hiervon am allerliebsten das sehr balsamisch duftende Rosenöl. Unser momentanes Goldtröpfchen ist das Kinder-Körperöl Dornröschen aus der Kemptener Bahnhofsapotheke – eines meiner absoluten Lieblingskörperöle. Es hat einen wunderschönzartlieblichen Duft mit einem klitzekleinen Hauch von Haselnuss.

Kerzenschein

Mit etwas Glück bekommen wir vor oder nach der Geschichte noch weihnachtliche Harfenklänge zu hören, falls die große Schwester noch ihre Musikstücke übt (oder wir sie lieb darum bitten)HarfenspielAdvent, Geschichtenzeit beim Rosenresli, Lillemor Fotografie, Bietigheim-Bissingen

Kerzen zünden wir nur mit dem Zündholz an, niemals mit einem Feuerzeug! Das ist einfach so bei uns. Ich kann gar nicht anders und wenn ich mal keine Streichhölzer da habe und doch ein Feuerzeug nehmen muss (kommt seeeehr selten vor), dann fühlt sich das für irgendwie nicht schön und stimmig an. Mein Herz bekommt dann richtig Schluckauf ;-)
Für besondere Zeiten haben wir natürlich auch besondere Sreichholzschächtelchen, so wie dieses hier. Wir wollen in der Adventszeit aber auch noch selbst welche mit Papier oder Stoff verzieren.Advent, Geschichtenzeit beim Rosenresli, Lillemor Fotografie, Bietigheim-BissingenAdventskalender, Geschichten vorlesen, Licht in der Laterne, Waldorliteratur für die Adventszeit, Lillemor Fotografie Bietigheim-Bissingen

Zum Abschluss darf nach der Geschichte (zum Glück sind sie so schön kurz) endlichendlich das Adventssäckchen ausgepackt werden. Je kleiner die Kinder, desto mehr Geduld müssen sie aufbringen und die ist manchmal wohl wirklich kaum auszuhalten. Ich fülle ja schon gar nicht mehr alle Tütchen gleich zu Anfang (erkennt man aber nicht auf Anhieb) und trotzdem wundere ich mich an manchen Tagen darüber, dass einige Adventsüberraschungen nicht mehr ordentlich zugedeckt im Spitztütchen liegen… Es hat auch schon Angeknabbertes gegeben – je nach Ausprägung der Wunderfitzigkeit (das Wort neugierig hat es in meiner Kindheit nie gegeben – laut meiner Oma war ich immer ein Wunderfitz ;-)
Es gibt bei uns übrigens nur einen einzigen Adventskalender für alle Kinder zusammen (früher haben wir die 24 Säckchen durch zwei, dann durch drei und vier teilen können. Seit wir unsere Zwillinge haben, klappt das mit dem Teilen zum Glück immer noch – bei 5 Kindern hätten wir ein kleines Problem ;-)
Reihum wird Tag für Tag in fester Reihenfolge abgewechselt, der Kleinste beginnt traditionell.
Wir haben es bewusst immer schon so gehalten – zu Weihnachten gibt es ohnehin mehr als genug Geschenke. Im Adventskalender sind auch wirklich nur Kleinigkeiten versteckt (z.B. ein Goldbuntstift, feiner Badezusatz, eine Handvoll Rosinchen, kleine Edelsteine, ein schönes Plätzchenausstecherle, Tee, Kerzchen…)Adventskalender, Spitztütchen vom Rosenresli, Lillemor Fotografie, Bieitgheim-BissingenAdvent, Adventszeit, handgehämmerte Kupferwärmfläschchen, Wärme, Winterzeit, Liebevolles, Gemütlichkeit, Tradition, Rituale, Familienfotografie, Lillemor, Bietigheim-BissingenAdventsgeschichten lesen mit handgemachtem Wärmfläschchen auf dem Schoß, Familienfotografie, Lillemor Fotografie, Bietigheim-BissingenAdventsgeschichten lesen mit handgemachtem Wärmfläschchen auf dem Schoß, Familienfotografie, Lillemor Fotografie, Bietigheim-BissingenAdventsgeschichten lesen mit handgemachtem Wärmfläschchen auf dem Schoß, Familienfotografie, Lillemor Fotografie, Bietigheim-Bissingen

*Das Goldtröpfchen ist wahrscheinlich nur Waldorfs bekannt, es ist ein typisches Ritual, das in allen Waldorfkindergärten sehr liebevoll gepflegt wird: Die Kinder bekommen zu Beginn des Morgenkreises das Goldtröpfchen in die wie zu einem Schüsselchen übereinander gelegten Hände – erst nach dem Goldtröpfchen folgt der Reigen, wird gemeinsam gesungen, einer Geschichte gelauscht…
Vor dem Goldtröpfchen waren die Kinder meist draußen im Garten, das kleine Ritual hilft ihnen nach dieser ausgelassenen und „lauten“ Morgenphase, wieder zurück zu finden, zu sich zu kommen, still zu werden. Kinder brauchen manchmal eine kleine „Brücke“, damit so ein Stimmungswechsel möglichst natürlich und ohne allzu viele Worte gelingt. Das Goldtröpfchen ist dafür eine wirklich sehr, sehr schöne und dazu noch beSINNliche Weise – es stillt nicht nur sachte und liebevoll wilde Wogen – der kleine Öltropfen, der von einem Sprüchlein begleitet in die Hände gestreichelt wird, macht die Hände zudem weich und sanft und sein feiner Duft steigt wohlig in das kleine Näslein – eigentlich in das ganze Kinderseelchen.
Das Goldtröpfchen-Ritual hat nicht nur seinen festen Platz in Waldorfkindergärten – viele Waldorffamilien haben es mittlerweile zu sich mit nach Hause geholt, z.B. als Abendritual vor dem Zubettgehen…oder eben wie bei uns in der Adventszeit bei Kerzenschein, bevor die Geschichte vorgelesen wird.
Das Öl wird niemals direkt aus der Flasche in die Hände gegeben (das wäre fast dasselbe wie die Sache mit der Kerze und dem Feuerzeug), sondern ein klein wenig davon in eine winzige Schale oder auch in eine kleine flache Muschel getropft, aus der ein klein wenig dann vom immer wiederkehrenden  Spruch mit der Fingerspitze aufgenommen und in die Hände verteilt wird, bis jeder an der Reihe waren.

Diesen kleinen Wortschatz haben sich unsere beiden Kleinsten für unser Goldtröpfchen im Advent ausgesucht (sie haben den Reim vom Kindergarten mitgebracht):

Rosenduft - Winterluft - Sternengold - Kindlein hold...

Goldtröpfchen, Waldorfkindergarten, Waldorf, Töpfergeschirr

Wenn wir das Goldtröpfchen am Abend verteilen, spreche ich meistens das hier dazu:

Da hast `nen Taler,
gehst auf den Markt,
kaufst dir `ne Kuh,
ein Kälchen dazu,
Kälbchen hat ein Schwänzchen,
macht dideldideldänzchen

(zu jeder Zeile streichle ich das Öl in die Hand, bei dideldideldänzchen kitzle ich sachte die kleine Handfläche ;-)
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Euch allen einen schönen 2. Advent & Nikolaustag – Stiefel putzen nicht vergessen!

Lille Mi ♥

  • Maike8. Dezember 2015 - 02:44

    Ganz lichen Dank für die schöne Inspiration, das Wiederaufwecken von Erinnerungen! Selbst mein dreizehnjähriger Sohn war am heutigen Abend wunderstillbeglückt über das schon leicht verblichene Ritual( er erlebte es in seiner Waldorfkindergartenzeit), das mit Granatapfelöl von W. seine kleine Renaissance erleben durfte.
    Adventlich angehauchte Grüße
    Maike>> ANTWORTENABBRECHEN

    • Michèle8. Dezember 2015 - 11:09

      ist bei uns auch so, dass die Großen (teilweise) noch mit dazu kommen – manchmal vielleicht aus ein bisschen „Freundlichkeit“ den Kleinen (oder mir?) gegenüber, aber nicht nur!!! Die Geschichte am Nachmittag habe ich dem Alter der Kleinsten angepasst. Trotzdem sitzen wir nicht nur zu dritt auf dem Sofa und wenn das Goldtröpfchen kommt, werden selbstverständlich alle Hände hin gehalten. Beim Kerze anzünden müssen wir auch abwechseln – so eine kleine Zündholzflamme, der Geruch, das Geräusch und Glimmen, die Rauchwölkchen…fasziniert noch immer jeden von uns, wenn man den Moment bewusst wahr nimmt. Dasselbe auch beim Kerze auspusten – es wird nicht einfach nur geschwind ausgepustet, es wird alles genau beobachtet, bis sich der letzte Rauchkringel aufgelöst hat>> ANTWORTENABBRECHEN

  • Claudia15. Dezember 2015 - 14:56

    Ich lese sehr gern bei Dir und dies ist wunderschön . Berührend und herzerwärmend.>> ANTWORTENABBRECHEN