Michèle Brunnmeier » Michele Brunnmeier | waldorfinspiriert | Neugeborenenfotografie | Wochenbettfotografie | authentische Familienfotografie | Autorin | liebevolle Handarbeiten

Bienenwachswickel

Ich mag Bienenwachswickel sooo sehr, selbst gemachte am allerliebsten (und meine Kinder zum Glück auch). Bienenwachswickel duften nicht nur himmlisch nach Honig, wenn man sie sachte erwärmt und auf die Brust legt, schaffen sie dazu noch ein wohlig warmes, hüllendes, geborgenes Gefühl, tun Klein & Groß bei Husten gut, können Bauchschmerzen lindern und auch beim Einschlafen helfen. In der Erkältungszeit reiben wir die Brust unter dem Wickel mit unserem selbst gerührten Hustelottchen ein, die Wirkung wird durch die Wärme des Wickels dann noch verstärkt.

Früher habe ich Bienenwachswickel meist fertig gekauft, inzwischen machen wir sie (mit Bienenwachs aus ökologischer Bienenhaltung) selbst, ich erzähle euch mal wie wir das machen:

 

Man braucht:

Topf mit möglichst großer Bodenfläche (hoch muss er nicht sein)
etwas Olivenöl
ca. 50-80 g reines Bienenwachs, möglichst aus ökol. Bienenhaltung, alternativ Bienenwachsperlen aus der Apotheke (die angegebene Menge genügt für etliche Wickel)
Baumwollstoffzuschnitte (ich verwende ungebleichten Baumwollnessel aus kbA, den habe ich meist im Haus)
Backpapier oder Butterbrotpapier

Und dann…

Gaaanz wenig Olivenöl (der Boden sollte nur hauchdünn bedeckt sein) in den Topf geben und erwärmen (das Olivenöl macht den Wickel etwas geschmeidiger), das zerkleinerte Bienenwachs dazu geben und vorsichtig und unbedingt unter ständiger Aufsicht schmelzen (es schmilzt ab ca. 62 °C). Sobald es geschmolzen ist, können die Stoffzuschnitte* einzeln in das flüssige Wachs gelegt werden. Der Stoff sollte sich nur kurz vollsaugen, dann wird das getränkte Tuch mit zwei Gabeln aus dem Topf gehoben (vorsichtig, es ist seeeehr heiß!!!). Das Tuch etwas abtropfen lassen und anschließend glatt auf das Backpapier legen, das idealerweise direkt neben dem Topf platziert ist. Ich lege immer zwei getränkte Tücher nebeneinander, darüber Butterbrotpapier, darauf wiederum weitere Tücher usw., bis das Bienenwachs im Topf aufgebraucht ist. Wenn kein oder nur noch eine sehr kleine Menge Wachs im Topf ist (die für kein weiteres Tuch mehr ausreicht), erwärme ich das Wachs noch einmal kurz, reibe den Topf gründlich mit Küchenpapier aus (das eine prima Anzündhilfe für den Holzofen gibt) und spüle den Topf anschließend mit heißem Wasser und Spülmittel aus.
Die Wachswickel abkühlen lassen, momentan lege ich den geschichteten Wickelstapel einfach nach draußen in die Kälte auf den Gartentisch. Nach dem Abkühlen können die Tücher leicht vom Papier gelöst werden.
*Ich schneide den Stoff meist in 10 x 15 cm große Stücke, größere brauchen wir  in der Familie nie und sollte man einmal kleinere benötigen, kann man die abgekühlten Wickel einfach mit einer Schere passend zurechtschneiden (für Babys z.B. zwei aus einem machen).
Die Wickel sollten möglichst kühl aufbewahrt werden, dabei ist es sinnvoll, die einzelnen Wickel mit einem Stückchen Butterbrotpapier zu trennen, damit sie nicht aneinander haften bleiben (ich bewahre die Wickel in einer verschließbaren Dose auf, so bleibt auch der feine Duft lange erhalten). Auf den Papierzuschnitten kann der Wickel später mit einem Föhn erwärmt werden, bevor er auf die Brust gelegt wird.
WICHTIG: Unbedingt darauf achten, dass der Wickel NICHT heiß ist, das Wachs darf beim Erwärmen KEINESFALLS wieder zum Schmelzen gebracht, sondern lediglich leicht angewärmt werden!!!! Mit dem Föhn kann der Wickel leider relativ schnell zu heiß werden, bitte sehr vorsichtig ein! Statt mit Hilfe eines Föhns kann der Wachswickel auch einfach auf dem Schutzpapier liegend auf der Heizung oder auf einer Wärmflasche (wenn man vielleicht ohnehin eine macht, um sie unter die Bettdecke zu legen) erwärmt werden. Bei Kindern und Babys sollte man, was die Wärme betrifft, ganz besonders achtsam vorgehen, bei bekannter Bienenallergie würde ich den Wickel lieber gar nicht anwenden.
Tipp: Bienenwachswickel können viele Male wiederverwendet werden!!!!!

 

 

Gestern habe ich zusammen mit meinen beiden Helferlein kleine Wollläppchen gestrickt, die als Schutz für die Kleidung, vor allem aber zum Warmhalten über den Wachswickel gelegt werden. Einige unserer frischen Bienenwachs-Wickelsets legen wir für den baldigen Martinsmarkt** unserer Waldorfschule beiseite, damit sie dort am Elternstand verkauft werden können (die anderen sind für uns, bzw. für Freunde usw. zu Weihnachten).
Wer wollempfindlich ist, kann zwischen Wollläppchen und Wachswickel ein kleines Moltontuch (o.ä.) legen – ich habe heute einige genäht, den Rand mit goldenen Sternchen bestickt. Direkt über das Wickelpaket ziehe ich meinen Kindern immer ein eng anliegendes Unterhemd, am liebsten eines aus Wolle oder Wolle/Seide. Für diesen Zweck haben wir in unserem Wickelkörbchen einige, aus denen die Kinder eigentlich schon herausgewachsen sind.

Für Bienenwachswickel gibt es im Bioladen, Reformhaus, Apotheken usw. auch kleine Wärmekissen mit Fixierbändern in den Ecken zu kaufen, wir selbst sind aber glücklich und zufrieden mit unserer einfachen Methode – früher, als meine Kinder noch kleiner waren, habe ich den Bienenwachswickel einfach mit unserem Bauchwickel fixiert, inzwischen klappt das aber ohne besondere Fixierung ganz gut (jeder handhabt das eben anders).
Wir lassen den leicht angewärmten Wickel für ca. 1 Stunde auf der Brust (manchmal auch länger) – man kann diese Ruhephase z.B. mit Vorlesen und einem Tässchen Tee begleiten, wenn das Kind nicht ohnehin vor lauter Gemütlichkeit einschläft. Nach Bedarf kann man den Wickel einige Male am Tag und/oder in der Nacht erwärmen und auflegen.

**Die letzten Jahre habe ich meist allerlei Sachen aus meinem Nähstübchenideensortiment vorbereitet und für den Martinsmarkt spendiert – bestickte Kissen z.B. oder Windlichter. Das werde ich auch in diesem Jahr wieder machen (ohweia, es ist schon Mittwoch…), ich habe mir aber schon vor Monaten vorgenommen, auch mal wieder etwas ursprünglicheres beizusteuern (back to the roots) – etwas in der Art, was ich mir selbst auf einem solchen Markt erhoffe, etwas Wohligwolligfeinwaldorfiges, worauf ich mich in Zukunft wieder mehr besinnen möchte. Gedacht – getan!

P.S. wie immer sind dunkel hervorgehobene Textstellen/Worte mit Links versehen, beim Anklicken öffnet sich eine separate Seite mit weiteren Infos & Bildern.

 

Honigduftigwolligwarme Grüße,

Michèle ♥

Profilbild, Lillemor, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg